Balkonkraftwerk-Ertrag messen: Welche Messsteckdose passt?

Veröffentlicht · Zuletzt aktualisiert · 5 Min. Lesezeit

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Hauseingang mit zwei Solarmodulen an der Balkonbrüstung darüber
Symbolbild: Hauseingang mit zwei Solarmodulen an der Balkonbrüstung darüber
Inhaltsverzeichnis

Wie viel Strom liefert dein Balkonkraftwerk wirklich? Eine Messsteckdose zeigt es dir. Sie kostet wenig und lässt sich ohne Werkzeug einstecken. Hier steht, welche Modelle es gibt und worauf du achten solltest.

Ich habe die Steckdosen nicht selbst getestet. Alle technischen Angaben stammen von den Herstellern, Messwerte von CHIP und COMPUTER BILD. Stand: 26.10.2026.

So funktioniert die Messung

Die Messsteckdose sitzt zwischen Wandsteckdose und Wechselrichter. Sie misst den Strom, der durch sie fließt, und schickt die Werte an eine App. Steckt außer dem Wechselrichter nichts daran, siehst du genau die Leistung deines Balkonkraftwerks. Über den Tag ergibt das den Ertrag in kWh.

  1. Messsteckdose in die Wandsteckdose stecken.
  2. Den Schuko-Stecker des Wechselrichters in die Messsteckdose stecken.
  3. Messsteckdose in der App einrichten.

Ein 800-Watt-Wechselrichter liefert höchstens rund 3,5 Ampere. Alle Steckdosen in diesem Artikel sind für 10 Ampere und mehr ausgelegt.

Das Problem mit der Stromrichtung

Eine smarte Steckdose ist eigentlich für Geräte gedacht, die Strom verbrauchen. Beim Balkonkraftwerk fließt der Strom andersherum. Laut COMPUTER BILD unterscheiden nur wenige Modelle zwischen verbrauchtem und eingespeistem Strom. Die Folge: Die App zeigt Stromkosten an, wo eigentlich eine Ersparnis entsteht.

Für die reine Ertragsmessung ist das kein großes Problem. Du weißt ja, dass an der Steckdose nur der Wechselrichter hängt. Störend wird es, wenn du die Werte in ein Smart Home übernimmst und dort Verbrauch und Erzeugung trennen willst.

Shelly-Steckdosen der 3. Generation können den Strom als Einspeisung erfassen. Sie zeigen ihn dann mit Minuszeichen an. Die Einstellung gibt es laut COMPUTER BILD ab Firmware 1.7.0. Ältere Shelly-Steckdosen (Plug S, Plus Plug S) haben einen anderen Messchip und können das nicht.

Shelly: Rückleistungsmessung einschalten

So beschreibt es COMPUTER BILD für die Shelly Outdoor Plug S Gen3:

  1. Die Weboberfläche der Steckdose im Browser öffnen und die Firmware auf mindestens 1.7.0 bringen. Danach die Seite neu laden.
  2. Unter Heim auf Ausgabe gehen.
  3. Rückleistungsmessung („Reverse power measurement“) einschalten.
  4. Auf Jetzt neustarten klicken.

Danach steht vor dem Messwert in App und Weboberfläche ein Minuszeichen.

Vier Messsteckdosen im Überblick

ModellMax. LastFunkEinsatzErkennt Einspeisung
Shelly Plug S Gen32.500 WWLANinnenja, ab Firmware 1.7.0
Shelly Outdoor Plug S Gen32.500 WWLANaußen, IP44ja, ab Firmware 1.7.0
FRITZ!Smart Energy 2002.300 WDECTinnenja, laut CHIP-Test
Tapo P1103.680 WWLANinnennein, zeigt Verbrauch
  • Shelly Plug S Gen3

    Hersteller
    Shelly
    Max. Last
    12 A / 2.500 W (ohmsche Last)
    Funk
    WLAN 2,4 GHz, Bluetooth, Matter
    Einsatz
    Innenraum
    Einspeisung
    Ab Firmware 1.7.0 als negativer Wert (Einstellung „Rückleistungsmessung“)
    Braucht
    WLAN, Shelly-App oder Weboberfläche

    Technisch heißt sie Plug S MTR Gen3. Shelly führt sie als eingestellt und empfiehlt als Nachfolger die Plug M Gen3 (bis 13 A / 3.000 W).

  • Shelly Outdoor Plug S Gen3

    Hersteller
    Shelly
    Max. Last
    12 A / 2.500 W (ohmsche Last)
    Funk
    WLAN 2,4 GHz, Bluetooth, Matter
    Einsatz
    Außen, IP44, −25 bis 51 °C
    Einspeisung
    Ab Firmware 1.7.0 als negativer Wert (Einstellung „Rückleistungsmessung“)
    Eigenverbrauch
    unter 1 W
    Braucht
    WLAN, Shelly-App oder Weboberfläche
  • FRITZ!Smart Energy 200

    Hersteller
    FRITZ!
    Max. Last
    2.300 W
    Funk
    DECT ULE (direkt zur FRITZ!Box)
    Einsatz
    Innenraum
    Einspeisung
    Misst laut CHIP-Test auch in Einspeiserichtung
    Eigenverbrauch
    0,5 W aus, 1,2 W an (CHIP-Messung am baugleichen FRITZ!DECT 200)
    Braucht
    FRITZ!Box mit DECT-Basis

    Technisch identisch mit dem FRITZ!DECT 200, nur umbenannt.

  • Tapo P110

    Hersteller
    TP-Link
    Max. Last
    16 A / 3.680 W (ohmsche Last)
    Funk
    WLAN 2,4 GHz
    Einsatz
    Innenraum, 0 bis 40 °C
    Einspeisung
    Zeigt Einspeisung als Verbrauch an (Angabe von TP-Link)
    Eigenverbrauch
    0,64 W aus, 1,64 W an
    Braucht
    WLAN, Tapo-App

Welche passt zu dir?

  • Du willst die Einspeisung richtig angezeigt bekommen: Shelly Plug S Gen3 (technisch: Plug S MTR Gen3). Shelly führt sie inzwischen als eingestellt und empfiehlt die Plug M Gen3 als Nachfolger. Ob die Plug M Gen3 die Rückleistungsmessung beherrscht, steht nicht auf ihrer Produktseite.
  • Die Steckdose ist draußen: Shelly Outdoor Plug S Gen3. Sie ist nach IP44 gegen Spritzwasser geschützt.
  • Du hast eine FRITZ!Box: FRITZ!Smart Energy 200. Sie braucht kein WLAN und verbindet sich per DECT direkt mit der Box. CHIP hat am baugleichen FRITZ!DECT 200 einen Eigenverbrauch von 0,5 Watt (aus) und 1,2 Watt (an) gemessen.
  • Du nutzt schon Tapo-Geräte: Tapo P110. TP-Link schreibt selbst, dass sie Einspeisung als Verbrauch anzeigt.
Was ist mit der Shelly Plug PM Gen3?

Die Shelly Plug PM Gen3 misst nur und kann nicht schalten. Sie ist für 16 A und 3.680 W angegeben. Shelly nennt PV-Anlagen im Innenbereich ausdrücklich als Einsatzzweck. Im Shelly-Shop war sie am 26.10.2026 nicht verfügbar. Deshalb steht sie hier nicht in der Auswahl.

Wenn keine Zwischensteckdose passt

Steckt dein Wechselrichter in einer Wieland-Einspeisesteckdose, passt keine der Steckdosen oben dazwischen. Sie haben alle Schuko-Anschlüsse. Dann bleiben zwei Wege:

  • App des Wechselrichters: Viele Wechselrichter haben eine eigene App, die den Ertrag anzeigt. Schau in die Anleitung deines Geräts.
  • Messung im Verteiler: Shelly empfiehlt dafür den Shelly PM Mini Gen3. Den darf nur ein Elektriker einbauen.

Wie viel Strom du ins Netz abgibst, zeigt dir keine dieser Lösungen. Das sieht man nur am Stromzähler. Für digitale Zähler gibt es Leseköpfe, die die Werte auslesen. Dazu folgt ein eigener Artikel.

Was du mit dem Messwert anfangen kannst

Mit dem gemessenen Ertrag kannst du prüfen, ob die Anlage so viel liefert wie erwartet. Vergleichswerte für den Winter findest du im Artikel Wie viel Strom liefert ein Balkonkraftwerk im Winter?. Wie die Ausrichtung den Ertrag beeinflusst, steht in Balkonkraftwerk: Welche Ausrichtung und Neigung ist ideal?.

Quellen

Quellen anzeigen

Häufige Fragen

Kann ich mit einer smarten Steckdose den Ertrag meines Balkonkraftwerks messen?
Ja. Du steckst die Messsteckdose in die Wandsteckdose und den Stecker des Wechselrichters in die Messsteckdose. Hängt sonst nichts daran, misst sie genau den Strom, den das Balkonkraftwerk liefert. Manche Modelle zeigen ihn allerdings als Verbrauch statt als Einspeisung an.
Welche Steckdose zeigt die Einspeisung mit Minuszeichen?
Laut COMPUTER BILD können Shelly-Steckdosen der 3. Generation (Shelly Plug S Gen3 MTR, Shelly Outdoor Plug S Gen3) ab Firmware 1.7.0 Strom als Einspeisung erfassen. Die Einstellung heißt Rückleistungsmessung. Bei der 1. und 2. Generation gibt es die Funktion nicht. Die Tapo P110 zeigt Einspeisung laut TP-Link als Verbrauch an.
Zeigt die Messsteckdose, wie viel Strom ich ins Netz einspeise?
Nein. Sie zeigt, was das Balkonkraftwerk erzeugt. Wie viel davon deine Geräte im Haus gleich verbrauchen und wie viel ins Netz geht, sieht man nur am Stromzähler. Dafür gibt es Leseköpfe für digitale Zähler.
Darf die Messsteckdose draußen stecken?
Nur, wenn der Hersteller sie für außen freigibt. Die Shelly Outdoor Plug S Gen3 hat Schutzart IP44 und ist für −25 bis 51 °C angegeben. Die anderen Modelle in diesem Artikel sind für Innenräume gedacht.

Wie geht’s weiter?

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