LiFePO4 oder NMC: Welcher Akku gehört in die Powerstation?

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Fast jede neue Powerstation wirbt mit „LiFePO4“. Ältere Geräte und viele Powerbanks nutzen dagegen NMC-Zellen. Was steckt hinter den Kürzeln, und spielt es für dich eine Rolle? Hier fasse ich zusammen, was eine Laborstudie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und die Herstellerangaben dazu sagen.

Ich habe keine eigenen Messungen gemacht. Die Zahlen stammen aus den verlinkten Quellen.

Was die Kürzel bedeuten

Lithium-Ionen-Akkus unterscheiden sich vor allem im Material der Kathode:

Die KIT-Forscher haben 2023 handelsübliche Zellen im Format 21700 mit allen drei Kathoden verglichen. Das ist ein verbreitetes Rundzellen-Format, 21 mm dick und 70 mm lang. Die Zellen wurden gezielt überhitzt und mit einem Nagel durchstochen.

Sicherheit: LFP reagiert später und schwächer

Die Ergebnisse der Studie in Kürze:

Das Fazit der Autoren: LFP-Zellen sind „inhärent sicherer“ als NCA- und NMC-Zellen. Sie weisen aber auch darauf hin, dass das langsamere Reagieren das Erkennen eines Fehlers erschweren kann. Batteriemanagementsysteme müssten darauf ausgelegt sein.

Wichtig für die Einordnung: Die Studie untersuchte einzelne Zellen, keine fertigen Powerstations. Wie sicher ein Gerät ist, hängt auch von Gehäuse, Elektronik und Batteriemanagement ab. Dass ein Gerät mit LFP-Akku trotzdem durchfallen kann, zeigt der ADAC-Test 2025. Dort bekam die Jackery Explorer 1000 v2 wegen nicht entkoppelter DC-Eingänge die Note „mangelhaft“, mit Zellchemie hatte das nichts zu tun.

Der Preis: weniger Energie pro Zelle

Die Sicherheit hat laut KIT einen Preis. Im 21700-Format war die LFP-Zelle nur mit 3 Ah erhältlich, NMC und NCA mit 5 Ah. Weil LFP zudem eine niedrigere Nennspannung hat (3,3 V statt 3,6 V), ergibt das:

Zelle (21700)KapazitätNennspannungEnergie
NMC / NCA5 Ah3,6 V18 Wh
LFP3 Ah3,3 V9,9 Wh

Für dieselbe Kapazität braucht ein LFP-Gerät also mehr Zellen und wird größer und schwerer. Bei den Powerstations in meinem Vergleich liegt die Energiedichte des ganzen Geräts, also Kapazität geteilt durch Gewicht laut Hersteller, zwischen rund 61 Wh/kg (EcoFlow RIVER 3 Plus) und rund 108 Wh/kg (Anker SOLIX C2000 Gen 2). Darin stecken neben den Zellen auch Gehäuse, Wechselrichter und Lüfter. Große Geräte schneiden deshalb meist besser ab.

Lebensdauer: Zyklenangaben richtig lesen

Die Hersteller der LFP-Powerstations in meinem Vergleich geben 3.000 bis 4.000 Ladezyklen an. Achte darauf, worauf sich die Zahl bezieht:

Eine Angabe „bis 70 %“ ist nicht mit „bis 80 %“ vergleichbar. Unabhängige Langzeittests der Zyklenfestigkeit habe ich für keines der Geräte gefunden. Die Zahlen sind Herstellerangaben.

Ein indirektes Indiz liefert die Garantie. Anker staffelt sie in der EU ausdrücklich nach Zellchemie: 5 Jahre für Modelle mit LiFePO4, 1,5 Jahre für Modelle mit NMC-Akku. Die NMC-Modelle in Ankers Liste sind ältere PowerHouse-Geräte.

Temperatur: Laden ab 0 °C

Die meisten Geräte in meinem Vergleich dürfen laut Datenblatt erst ab 0 °C geladen werden. Beispiele sind die EcoFlow RIVER 3, die Jackery-Modelle sowie die Anker C300X, C1000 Gen 2 und C2000 Gen 2. DJI gibt für die Power 1000 Mini −10 bis 45 °C für Betrieb und Laden an. Wer im Winter campt, sollte das Gerät vor dem Laden aufwärmen lassen.

Was heißt das für den Kauf?

Quellen

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Häufige Fragen

Ist LiFePO4 sicherer als NMC?
In der KIT-Studie von 2023 an 21700-Zellen ja: LFP reagierte erst bei deutlich höheren Temperaturen und ging beim Nageltest bei keinem Ladezustand in den thermischen Durchgang. NMC- und NCA-Zellen taten das ab 30 % Ladung. Die Forscher nennen LFP „inhärent sicherer“.
Warum sind LiFePO4-Powerstations schwerer?
LFP speichert pro Zelle weniger Energie. Im KIT-Vergleich hatte die LFP-Zelle 9,9 Wh, die NMC- und NCA-Zellen im selben Format 18 Wh. Für dieselbe Kapazität braucht man also mehr Zellen.
Was bedeuten 4.000 Zyklen bis 80 %?
Nach 4.000 vollen Lade- und Entladezyklen soll laut Hersteller noch 80 % der ursprünglichen Kapazität vorhanden sein. Jackery gibt für die Explorer 1000 v2 dagegen 4.000 Zyklen bis 70 % an. Die Werte sind nur vergleichbar, wenn die Restkapazität gleich ist.

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