Powerstation als Notstrom: Was sie bei einem Stromausfall kann – und was nicht

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Wenn der Strom ausfällt, sind Licht, Router, Kühlschrank und Heizungssteuerung als Erstes weg. Eine Powerstation kann einzelne Geräte für eine Weile weiterbetreiben. Sie ist aber kein Notstromaggregat fürs ganze Haus. Hier steht, was die Geräte laut Herstellern und unabhängigen Tests leisten. Die Einordnung stützt sich auf den Ratgeber „Stromausfall“ des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Ich habe die Geräte nicht selbst getestet. Alle Werte stammen aus den verlinkten Quellen.

Was eine Powerstation im Stromausfall leisten kann

Das BBK nennt Batteriesysteme ausdrücklich als Möglichkeit, sie „können als Kurzzeitenergiespeicher zur Notstromversorgung genutzt werden“. Ein Wechselrichter erzeugt daraus 230 V. Die wesentlichen Kenngrößen sind laut BBK Leistung und Kapazität. Genau diese beiden Werte stehen bei jeder Powerstation im Datenblatt:

Anders als Benzin- oder Dieselgeneratoren erzeugen Powerstations keine Abgase. Generatoren dürfen laut BBK wegen Erstickungsgefahr nicht in Innenräumen betrieben werden.

Was sie nicht kann

Das Hausnetz versorgen. Eine Powerstation versorgt nur die Geräte, die du direkt einsteckst. Wer bei einem Stromausfall ins Hausnetz einspeisen möchte, soll sich laut BBK „immer von einem Elektrofachbetrieb beraten“ lassen. Arbeiten an der Hausinstallation dürfen nur Elektrofachbetriebe ausführen.

Heizen und Kochen über längere Zeit. Geräte, die Wärme erzeugen, also Wasserkocher, Heizgeräte und Kochplatten, brauchen laut BBK „schnell 1500 Watt bis 2000 Watt“. Nur die großen Modelle schaffen diese Leistung überhaupt. Selbst dann wäre ein 1-kWh-Akku bei 2.000 W rechnerisch in rund einer halben Stunde leer, mit Umwandlungsverlusten noch früher.

Die USV-Funktion: 10 bis 20 Millisekunden

Viele Powerstations können zwischen Steckdose und Gerät hängen und bei einem Stromausfall selbst übernehmen. Die Hersteller nennen für die Modelle in meinem Vergleich diese Umschaltzeiten:

Umschaltzeit laut HerstellerModelle
10 ms oder wenigerEcoFlow RIVER 3 Plus, DJI Power 1000 Mini, Anker SOLIX C1000 Gen 2, EcoFlow DELTA 3 Plus, BLUETTI Elite 100 V2, Anker SOLIX C2000 Gen 2
bis 20 msEcoFlow RIVER 3, Jackery Explorer 300 Plus, Jackery Explorer 1000 v2
widersprüchlich (10 ms / „unter 20 ms“)Anker SOLIX C300X

Jackery schreibt im Helpcenter zur Explorer 1000 v2, die Funktion sei keine unterbrechungsfreie Stromversorgung mit 0 ms. Sie solle nicht mit Geräten wie Datenservern oder Workstations verbunden werden, die eine echte USV brauchen. Ob dein Router oder Rechner 10 oder 20 ms Unterbrechung verkraftet, verrät dessen Netzteil-Datenblatt. Bei Unsicherheit hilft ein Test im Normalbetrieb: Netzstecker der Powerstation ziehen und beobachten.

Empfindliche Geräte wie Computer oder Heizungssteuerung brauchen laut BBK eine Quelle, die Spannung und Frequenz stabil hält. Das BBK schreibt das für Stromerzeuger. Jackery gibt für die Explorer 1000 v2 eine „reine Sinuswelle“ an. Prüfe diese Angabe im Datenblatt deines Modells, bevor du empfindliche Geräte anschließt.

Wie lange reicht der Akku?

Die Rechnung ist einfach: nutzbare Wattstunden ÷ Leistung der Geräte = Stunden. Die nutzbare Energie liegt aber unter der Nennkapazität:

Bei kleiner Dauerlast, wie sie für Router und Licht typisch ist, arbeiten Wechselrichter also oft weniger effizient. Manche Stationen brauchen zudem selbst Strom. Jackery gibt für die Explorer 1000 v2 einen Standby-Verbrauch von 18 W an. Laut ADAC gehen bei eingeschaltetem Wechselrichter „teils schon 30 Watt verloren“; die Tester raten, ihn auszuschalten, wenn die 230-V-Steckdosen nicht gebraucht werden. Handys und andere USB-Geräte lassen sich direkt an den USB-Ausgängen laden.

Mit dem Laufzeitrechner trägst du deine Geräte ein und siehst für alle zehn Modelle, wie lange es reicht. Die Annahmen wie Wirkungsgrad und Eigenverbrauch kannst du dort selbst einstellen.

Kühlschrank: Der Kompressor läuft nicht ständig, braucht beim Anlaufen aber kurz mehr Leistung. Wie viel, steht im Datenblatt des Geräts. Die Dauerleistung der Powerstation sollte mit Reserve darüber liegen.

Vorbereitung: laden, lagern, prüfen

Du weißt nicht, welche Größe du brauchst? Der Powerstation-Finder hat eine eigene Einstellung für Notstrom. Er sortiert dann nach der USV-Umschaltzeit.

Fazit

Eine Powerstation ist eine einfache, leise Lösung, um bei einem Stromausfall Router, Licht, Handy und eventuell den Kühlschrank für Stunden zu versorgen. Sie ersetzt aber keine geplante Notstromanlage. Wer das Hausnetz versorgen oder länger heizen und kochen will, braucht laut BBK eine Beratung durch einen Elektrofachbetrieb.

Quellen

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Häufige Fragen

Kann ich mit einer Powerstation mein Haus versorgen?
Nicht über die Steckdose. Eine Powerstation versorgt die Geräte, die du direkt anschließt. Wer ins Hausnetz einspeisen will, muss laut BBK einen Elektrofachbetrieb beauftragen; Arbeiten an der Hausinstallation dürfen nur Fachbetriebe ausführen.
Wie schnell schaltet eine Powerstation bei Stromausfall um?
Die Hersteller in meinem Vergleich nennen 10 bis 20 ms. Jackery weist ausdrücklich darauf hin, dass das keine 0-ms-USV ist und nicht für Server oder Workstations gedacht ist.
Wie lange hält eine Powerstation bei Stromausfall?
Das hängt von Kapazität und Verbrauch ab: nutzbare Wattstunden geteilt durch die Leistung der Geräte. Tests zeigen, dass nicht die volle Nennkapazität nutzbar ist. Der Laufzeitrechner rechnet es für deine Geräte aus.
Muss ich die Powerstation für den Notfall regelmäßig laden?
Ja. Batteriesysteme entladen sich mit der Zeit selbst; das BBK rät, sie regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls nachzuladen. Beachte auch die Lagertemperaturen im Datenblatt.

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